Versicherung für den Pflegefall

Sterbegeldversicherung Vertreterbesuch

Vertreterbesuch bei meiner Schwiegermutter – So bitte nicht

Vor einigen Jahren hatte mein Schwiegervater eine Sterbegeldversicherung abgeschlossen. Vermittelt wurde diese damals über den VDK Bayern, welcher bei älteren Menschen großes Ansehen genießt. Zu Recht übrigens, da der VDK speziell für die Zielgruppe Senioren gute Beratungsangebote bietet.

Bedenklich in diesem Zusammenhang ist das Verhalten des Versicherers in Form seines Vertreters vor Ort:

Was ist passiert

Ende Januar 2016 wurde die Sterbegeldversicherung aufgrund Todesfall ausgezahlt. Nun kam der Versicherungsvertreter bei meiner Schwiegermutter (Jahrgang 1940) vorbei und wollte eine neue Versicherung verkaufen, welche im Pflegefall leistet.

Das günstigste Angebot sollte 37,39 EUR pro Monat kosten. Vom Teuersten ganz zu schweigen. Dass es sich hierbei um eine reine Unfallversicherung handelt, wurde offenbar nicht betont. Die Folge: Schwiegermutter versteht … Versicherung für den Pflegefall.

Zum Verständnis – Unfallversicherungen leisten nur bei Unfällen. Deren Leistungen werden in den Bedingungen festgelegt. Wann also kommt der Versicherte in den Genuss der so hoch gepriesenen Pflegeleistungen, wie Gartenpflege, Menüservice, usw.?

seriöse Beratung – Fehlanzeige

Ganz spannend wird es, wenn man sich das abgegebene Angebot anschaut (siehe Screenshot). Ja Ihr habt richtig gesehen – das ist das Angebot inklusive sämtlicher Unterlagen. Und – inklusive links unten dem Hinweis „nur für internen Gebrauch“

  • Bedingungen? Liest doch eh keiner – also Fehlanzeige.
  • Beratungsprotokoll ? Wozu, die Dame ist doch alt und ob die wohl noch lesen kann?

Das der Verlust der Stimme KEIN Bestandteil der hinterlegten Gliedertaxe (Definition der Invaliditätsgrade) ist, davon war natürlich auch keine Rede. Versteht ja eh keiner, oder?

Blöd nur, dass es sich bei der Dame um meine Schwiegermutter gehandelt hat. Ich bin echt sauer – nicht weil da ein Vertreter unangemeldet an der Haustür war, sondern über die unqualifizierte, unsaubere und unseriöse Verkaufsmasche.

Dabei gibt es durchaus gute und seniorengerechte Produkte. Entscheidend hierbei ist, dass erst einmal der Bedarf ermittelt wird und dann im Anschluss mögliche Strategien / Produkte besprochen werden. Werden dann Angebote abgegeben, sollten diese den Vorschriften entsprechen. Neben dem eigentlichen Angebot sind beizufügen: Produktinformationsblatt, Versicherungsbedingungen, Erstinformation zum Vermittler, usw.

Leider ist dies in der Praxis oft nicht der Fall, wie das beschriebene Beispiel zeigt. Besonders negativ empfinde ich die Tatsache, dass hier bewusst die Unwissenheit älterer Menschen ausgenutzt wird. Lasst das bitte nicht mit Euch machen. Meine Empfehlung:

Achtet nicht nur auf Euch selber, sondern insbesondere auf Eure Eltern wenn diese schon etwas älter sind. Und lasst Euch vernünftig und ohne Verkaufsdruck beraten.

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